Ursprung:
Mochinos sind die Ursprungsrasse Kantabriens im Norden der iberischen Halbinsel.
Monchinopferde entsprechen von ihrem Exterieur her eher einem kleinen Berbertyp, obwohl sie vom Stockmaß her (ca, 125 bis 140 cm) zu den Ponies zu zählen sind. Aus diesem Grund werden sie als Kleinpferde bezeichnet.
Jüngste genetische Untersuchungen (Jansen, Oelke) lassen jedoch eher darauf schließen, dass es sich bei den nördlichen Pferden um einen eigenen Genotypen handelt, der vom Südpferd abzustammen scheint. Somit scheint sicher, dass es sich nicht um eine aus dem Norden eingewanderte Population handelt, sondern die nördlichen Kleinpferde eine alte spanische bzw. iberische Rasse sind.
Ähnlichkeiten zu britischen Rassen, die rein im Exterieur zu sehen sind, werden hier eher auf Ähnlichkeiten in klimatischen Einflüssen und umwelttechnischen Gegebenheiten zurückgeführt, die nachweislich in gänzlich unterschiedlichen, und oft auch durch Meere getrennten Gegenden ähnliche Typen entstehen lassen.
Die erste, nachweisbare Erwähnung fand die nördliche Rasse um das Jahr 80 n. Chr. . Somit handelt es sich hierbei um eine der ältesten europäischen Nutztierrassen, die auch heute noch existieren.
Traditionell wurden die Kleinpferde im Ackerbau, als Zug-und Lasttiere und Reittiere eingesetzt. Ihr Einfluß auf die spanische Reitpferdezucht ist ebenfalls nachweisbar.
Man geht davon aus, dass dieser Pferdeschlag einheitlich an der
gesamten iberischen Nordküste verbreitet war, jedoch entwickelten sich
im Laufe der Zeit regionale Besonderheiten und Variationen, die sich
auch in den jeweiligen Zuchtbüchern wiederfinden lassen.
Auffallend ist, dass die Größe der Tiere nicht einheitlich ist,
sondern sich in Richtung der westlichen Gebieten kontinuierlich
verringert.
Die Pferde der westlichen Regionen weisen dazu eine ausgeprägtere
Veranlagung zum Viergang auf. Weitere Unterschiede gibt es im
Körperbau und Röhrbeinumfang.
Gemeinsam ist all diesen Zuchtrichtungen jedoch eine große Härte und
Widerstandskraft gegenüber Umwelteinflüssen, sowie eine hohe
Intelligenz.
Aus diesen Gründen wäre es ein nicht wiederzubringender Verlust, die
lokalen Rassen in den jeweiligen Provinzen zu verlieren. Obwohl es in einigen Provinzen bereits Zuchtbücher gibt, ist der Zustand mehrerer Rassepopulationen als kritisch zu bezeichnen. So wurde im Falle des Pottoka eine deutliche Veränderung des
Rassetypus zugelassen, in dem zwei Pferdetypen zur Zucht zugelassen sind, die nicht mehr dem ursprünglichen Rassestandart entsprechen.
Für den Asturcón existiert seit den 90er Jahren ein Stutbuch, das jedoch ausschließlich Rappen zuläßt und somit eine reine Farbauslese durchführt, die dem Hintergrund der Rasseentstehung widerspricht und zu einer unnötigen Dezimierung des genetischen Materials führt.
Am stärksten bedroht ist derzeit der kantabrische Rassetyp, der Monchino.
Durch vermehrte, gezielte Vermischung mit anderen, schwereren Rassen
(zum Erhalt kräftigerer Arbeitstiere sowie als Fleischlieferanten), wird der Urtyp immer mehr verfälscht, so dass davon auszugehen ist, dass die gegenwärtige Generation die scheinbar letzte ist, die noch überwiegend reinrassig ist.
Es existiert zwar ein Zuchtbuch, die Bestrebungen, die Rasse zu erhalten, sind jedoch halbherzig bzw. nicht vorhanden.
Zucht:
Die Zucht dieser Pferde, so wie auch der meisten anderen nordspanischen Rassen, erfolgt in den meisten Fällen unreguliert in Freiheit.
Die Pferde bewegen sich halbwild und unbeaufsichtigt in den spanischen Bergen und verpaaren sich eigenständig.
Dadurch wird jedoch die herausragende Härte und Eigenständigkeit der Rasse erhalten, da sie sich gegen die Umweltbedingungen und gegen natürliche Feinde durchsetzen müssen.
Eignung:
Monchinos sind nicht nur robust und ausdauernd, sondern auch aufgrund
ihrer Intelligenz interessante Freizeitpartner. Sie sind sehr gelehrig und talentiert, lernen schnell und geduldig.
Das macht sie u.a. zu ausgezeichneten Gefährten für Kinder, auch wenn
sie vorab eine konsequente Erziehung benötigen, da sonst der mit Intelligenz gepaarte, ponytyische Dickkopf zu Problemen führen kann.
Die Kleinpferde sind äußerst trittsicher, da sie in den spanischen Bergen auch über Geröll hinweg vr Feinden fliehen mußten. Im Gelände sind sie durch ihre Unerschrockenheit verlässlich. Auch für Dressuraufgaben und im Springsport kann man ihnen ihre Begabung nicht absprechen. Sich dem Charme dieser “Mini-Andalusier” zu entziehen, scheint nahezu unmöglich.
Durch ihre Robustheit sind sie auch in der Lage, leichte Erwachsene dauerhaft und problemlos zu tragen, vor der Kutsche sind sie ein Blickfang.
Monchinos sind also universell in allen Reitsportarten einsetzbar.
Ihre Genügsamkeit und Ausdauer wird auch in ihrer Heimat geschätzt, so
können sie sich auch bei längeren Ritten gegenüber größeren Pferden problemlos behaupten.
Die Gänge des Monchino sind weich und angenehm zu sitzen. Seine außergewöhnliche Trittsicherheit macht ihn überdies zu einem idealen Wanderreitpferd.
Morphologie:
- Rappen (viele Winterrappen) und Braune, kleine Abzeichen möglich
- Gewicht etwa 300-400kg
- Stockmass um 125-140 cm
- kräftiges, üppiges Langhaar
- kleine, sehr bewegliche Ohren, grosse Augen
- kleiner edler Kopf, konkaves oder subkonkaves Profil
- mittlerer bis kurzer Rücken, abfallende, kräftige, niemals geteilte Kruppe.
